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Mysophobie

Als Mysophobie (Ansteckungsphobie) wird eine krankhafte und übersteigerte Angst vor Kontakt mit Schmutz oder der Ansteckung durch Bakterien, Viren etc. bezeichnet. Die Angst kann sich auf real existierende Verunreinigungen beziehen, aber auch ausschließlich in der Fantasie der Betroffenen existieren. Die Folge ist ein extremes Meidungsverhalten sowie im Allgemeinen ein Waschzwang bzw. Putzzwang, und unter diesem Namen ist diese Phobie auch in der Umgangssprache bekannt. Diese Phobie wird von Psychologen daher auch als psychische Zwangsstörung bezeichnet.

Die übersteigerte Angst vor Schmutz und Bakterien führt häufig dazu, dass Betroffene den Kontakt zu Türklinken, öffentlichen Toiletten, Telefonzellen, die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, das Händeschütteln etc. zwanghaft vermeiden. Im Extremfall verlassen sie ihre eigene Wohnung überhaupt nicht mehr. Der tatsächliche oder vermeintliche Kontakt mit Dreck oder Keimen kann Panikgefühle auslösen. Mit diversen Reinigungsritualen und dem Einsatz von Desinfektionsmitteln wird versucht, eine befürchtete Infektion zu verhindern. Doch die Reinigungszeremonien lindern die Infektionsangst nur vorübergehend.

Eine ausgeprägte Mysophobie ist behandlungsbedürftig. Eingesetzt werden sowohl Verhaltenstherapie als auch Gesprächstherapie. Ein bekannter Betroffener war der amerikanische Multimillionär Howard Hughes.

Auslöser dieser Phobie ist Experten zufolge häufig eine persönliche Krise, keine übermäßige Konfrontation mit Schmutz oder Ansteckungsgefahren. Rituelle Zwangshandlungen sollen helfen, eine als unkontrollierbar erlebte Situation subjektiv wieder in den Griff zu bekommen.

Wenn Putzen krank macht

Jeder Dritte leidet irgendwann in seinem Leben an krankhaften Zwängen. Wo verläuft die Grenze zwischen peniblem Sauberkeitsbedürfnis und krankhaftem Putzzwang? Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, denn die meisten Betroffenen teilen sich nur ungern mit. Dabei können Zwänge ernsthaft krank machen. Rund 20 bis 30 Prozent der Menschen leiden irgendwann im Leben unter ausgeprägten Zwängen.

Um sechs Uhr in der Früh klingelt bei Susanne P. der Wecker. Sie geht ins Badezimmer und ihr stechen die Kalkflecken im Waschbecken schmerzend ins Auge, während sie die Zahnpasta aufschraubt. Eilig legt sie Tube und Zahnbürste zur Seite und greift nach Schwammtuch und Reinigungsmittel. Als ihr Mann Peter eine Stunde später ins Badezimmer kommt, putzt Susanne das Fenster. Sie kann gerade noch einen Schrei unterdrücken, als Peter unbekümmert den Wasserhahn aufdreht, um mit seiner Morgentoilette zu beginnen. Er schüttelt nur den Kopf über diesen „Putzwahn“. 

Natürlich ist jeder Mensch bestimmten Alltagszwängen unterworfen, die sich meist in besonderer Gewissenhaftigkeit äußern. Diese „normalen“ Zwänge sind für die Bewältigung des täglichen Lebens unerlässlich. Manche Menschen kontrollieren drei Mal, ob der Ofen abgeschaltet ist, bevor sie das Haus verlassen. Alles ganz normal. Aber wenn der Alltag durch Zwangshandlungen massiv eingeschränkt wird, dann wird es kritisch. Mediziner sprechen in diesen Fällen von Zwangsstörungen. Leider verläuft der Übergang von normalem zu zwanghaftem Verhalten meist fließend und ist von außen schwer erkennbar, weshalb Betroffene oft sehr lange seelische Qualen leiden, bevor sie nach Hilfe schreien. Hauptmerkmale von Zwangsstörungen sind wiederkehrende Zwangsgedanken und/oder Zwangshandlungen. In mehr als der Hälfte aller Fälle tritt beides auf. Bei Zwangsgedanken handelt es sich um aufdringliche Ideen, Gedanken, Bilder oder auch Impulse, bei Zwangshandlungen um sinnlos oder zumindest als übertrieben empfundene Handlungen, zu denen sich Betroffene innerlich gedrängt fühlen. Betroffene möchten durch zwanghafte Handlungsabläufe das Gefühl bekommen, alles sei in Ordnung. Genau das Gegenteil ist aber der Fall: Das Ausführen des Zwangsrituals verstärkt den Zwang, und die Betroffenen erreichen immer schwerer ein Gefühl der Sicherheit. 
Zwänge können neurobiologische und psychische Ursachen haben. Beispielsweise kann eine Veränderung der Impulsübertragungen an den Nervenbahnen des Gehirns zu einer Zwangsneurose führen. Aber auch belastende frühere oder aktuelle Lebensereignisse wie Konflikte in der Familie, der Tod eines geliebten Menschen, die Trennung vom Partner oder der Verlust des Arbeitsplatzes sind häufig Auslöser für Zwangsstörungen. Wer unter Zwangshandlungen leidet, sich im Alltag beeinträchtigt, unter Druck gesetzt fühlt, sollte professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Denn es gibt Hilfe. „Grundsätzlich muss die Behandlung von Zwangsstörungen individuell zugeschnitten werden“, erklärt der Linzer Psychologe Dr. Herwig Prorok. Mit Hilfe einer speziellen Technik der Verhaltenstherapie, dem so genannten „Flooding“, kann der Erkrankte lernen, gegen seinen Zwang zu handeln. Er kann lernen, die Konfrontation mit dem jeweiligen Auslöser auszuhalten und die Erfahrung zu machen, dass die befürchteten Zwangsfolgen nicht eintreten. 

Begleitend zur Verhaltenstherapie werden auch Medikamente eingesetzt, die es dem Patienten erleichtern, seine Ängste und Befürchtungen auszuhalten. Vor allem dann, wenn neben Zwangsgedanken depressive Symptome auftreten. „Die medikamentöse Behandlung, die nur der Arzt oder Psychiater verschreiben darf, erfordert weniger Zeitaufwand als die Psychotherapie, ist aber nicht immer der sinnvollere Weg“, ist Prorok überzeugt. Von Zwangsstörungen betroffene Menschen werden während oder nach einer Therapie oft von der Angst gequält, ihr Leben könnte irgendwann erneut von Zwangshandlungen geleitet sein. In diesen Fällen können Selbsthilfegruppen eine große Unterstützung sein.
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