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Heroinsucht

Heroinsucht

Abhängig von der Droge Heroin

Heroinabhängigkeit ist die Suchtform, bei der der Mensch nicht mehr in der Lage ist, auf Heroin zu verzichten – auch wenn er es gerne möchte. Die körperliche Abhängigkeit
entsteht bei Heroinkonsum besonders schnell. Der Stoffwechsel stellt sich auf die Droge ein. Das Absetzen der Droge verursacht quälende Entzugserscheinungen, die es den Süchtigen fast unmöglich machen, ohne ärztliche Hilfe aus der Sucht herauszufinden. Heroinsüchtige brauchen täglich ihre Dosis Rauschmittel. Da Heroin auf dem Schwarzmarkt sehr teuer ist, benötigen Abhängige rund 100 Euro pro Tag, die nur durch Kriminalität und/oder Prostitution zu beschaffen sind. Häufig werden Heroinsüchtige auch selbst zu Rauschgifthändlern (Dealern), um die immensen Summen aufbringen zu können.
Zahlen und Fakten
In Deutschland gibt es nach Schätzungen der Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahren (DHS) 100 000 bis 150 000 Heroinabhängige.
Hinweise auf Heroinmissbrauch
* Spritzen
* Einstichstellen am Körper
* Riemen zum Abbinden der Vene
* Löffel zum Erhitzen des Heroins
* gleichgültiges Verhalten
*Abmagerung
Ursachen und Entstehung von Heroinabhängigkeit
Jugendliche sind oft hohen seelischen Belastungen durch die Anforderungen in Schule,
Elternhaus oder den Gruppendruck in der Clique ausgesetzt. Den meisten Jugendlichen gelingt es, Enttäuschungen auszuhalten, Rückschläge hinzunehmen und eigene Möglichkeiten zu finden, ihre Bedürfnisse ohne Rauschmittel zu befriedigen. Wenn Kinder aber nicht schon frühzeitig gelernt haben, mit Schwierigkeiten umzugehen und Rat und Hilfe bei anderen Menschen zu finden, können sie Entlastung im Drogenkonsum suchen. Die schnelle Wirkung verlockt und lässt die Alltagssorgen vergessen. Die Umgebung, zum Beispiel Freunde und Eltern, haben großen Einfluss auf die Entstehung von Abhängigkeiten. Sie sind Vorbilder, durch die die Jugendlichen lernen können, mit Konflikten umzugehen, aber leider auch oft sehen, wie Entlastung durch Drogen gesucht wird.
Verlauf und Folgen
Heroin verursacht starke körperliche Abhängigkeit. Um die gewünschten Gefühle immer wieder zu erzielen, muss die Dosis ständig gesteigert werden. Beim Heroinsüchtigen dreht sich schon bald das ganze Leben um die Frage, wie der nächste „Schuss“, die nächste Dosis Heroin beschafft werden kann. Schule, Freunde und Elternhaus werden vernachlässigt und interessieren nicht mehr. Kriminalität und Prostitution führen zu Konflikten mit der Polizei. Der soziale Abstieg und Gefängnisstrafen sind die Folge.
Behandlung
Heroinsucht ist als Krankheit anerkannt. Deshalb übernehmen die Krankenkassen die Behandlung. Ohne fachliche Unterstützung ist es kaum möglich, sich von der Heroinabhängigkeit zu befreien. Den sogenannten „kalten Entzug“, alleine, ohne ärztliche Hilfe, halten nur wenige durch.
Der erste Schritt aus der Abhängigkeit
Die Einsicht „Ich bin süchtig. Ich will so nicht weitermachen. Ich brauche Hilfe“ ist der erste
Schritt aus der Abhängigkeit. Jetzt kann der Süchtige Hilfe suchen, Kontakt zu Beratungsstellen aufnehmen und das erste Mal offen über sein Problem mit Fachleuten reden. 240 Suchtberatungsstellen in Nordrhein-Westfalen bieten Unterstützung und klären gemeinsam mit dem Betroffenen die weiteren Schritte der Behandlung.
Der Entzug
Bei der Behandlung steht zunächst die körperliche Abhängigkeit von der Droge im Vordergrund. Dem Körper wird die Droge entzogen, er wird entgiftet. Das Absetzen des Heroins ist mit starken, unangenehmen Entzugserscheinungen verbunden. Der Heroinsüchtige kennt diese Symptome aus den Situationen, in denen er seinen Stoff nicht rechtzeitig bekommen hat. Heroinentzug wird deshalb in einer Fachklinik durchgeführt. Die professionelle medizinische Versorgung, unterstützende Medikamente, eine drogenfreie Umgebung und der Kontakt zu Leidensgenossen erleichtern die Heilung.
Entwöhnung durch Therapie
Nachdem der Körper von der Droge unabhängig geworden ist, wird die seelische Abhängigkeit behandelt. Um Rückfälle zu vermeiden, muss der Kranke lernen, ohne die Droge Heroin auszukommen. Er muss die tieferen Ursachen seiner Abhängigkeit erkennen und andere Wege finden, mit Problemen umzugehen. Eine solche Therapie kann in einer Fachklinik oder auch ambulant in Einzel- oder Gruppentherapie durchgeführt werden.
Vorbeugung
Suchtvorbeugung muss in der Kindheit beginnen. Hier entwickelt sich das Selbstwertgefühl. Schon das Kind kann lernen, mit Problemen angemessen umzugehen und sein Leben aktiv zu gestalten. So gestärkt kann es später einer Suchtgefahr besser standhalten. Suchtvorbeugung heißt: Selbständigkeit, Selbstachtung, Selbstfindung und Lebensfreude bei Kindern fördern, Kommunikations- und Konfliktfähigkeiten stärken. Der Aufbau der Ich-Stärke ist zentrales Ziel suchtvorbeugender Arbeit in NRW. Damit Kinder und Jugendliche gerade in schwierigen Lebenssituationen eigenständig entscheiden können, „Nein“ zu sagen und Verantwortung (für sich und ihr Handeln) zu übernehmen. Das elterliche Vorbild auch bei legalen Drogen ist wichtig. Sie sollten Ihren eigenen Umgang mit Alkohol, Nikotin und
Medikamenten kritisch kontrollieren. Reden Sie offen mit Ihrem Kind über Sucht und Suchtgefahren. Kinder sollten wissen, wie legale und illegale Drogen wirken und wie schädlich sie sein können.


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